Lublin, Samstag, 12.11.2011

Um 9 Uhr holt uns Wieslaw Wysock im Hotel ab. Er ist Mitarbeiter im Staatlichen Museum Majdanek und führt uns heute durch die Gedenkstätte.

Mit dem Taxi fahren wir auf der Straße von Lublin nach Chelm. Etwas außerhalb der Stadt steht auf der rechten Seite ein großes Monument: Hier ist der Eingang zur Gedenkstätte, die auf dem Gelände des ehemaligen KZs errichtet wurde. Etwa 70 Holzbaracken sind zu sehen. Wieslaw Wysock zeigt uns den Platz „Rosengarten“, an dem die Selektionen stattfanden, in unmittelbarer Nähe sind die Gaskammern. Zwei dunkle Räume, die schweren Eisentüren stehen offen, jede hat ein Guckloch.

Ab Spätsommer 1941 haben die deutschen Besatzer hier zuerst sowjetische Kriegsgefangene, dann vor allem polnische Juden gefangen gehalten. Die meisten wurden ermordet. Wer nicht in den Gaskammern starb, kam bei einem großangelegten Massaker ums Leben.  Am 3. November 1943 wurden unter dem Namen „Aktion Erntefest“ 18.000 Menschen erschossen.

Das KZ Majdanek war Zentrum eines Netzes von Lagern, in denen die „Aktion Reinhardt“ umgesetzt wurde: die systematische Ermordung aller Juden im „Generalgouvernement“.

Renate Eichmeier

Eindrücke von Ernst Grube vom siebten Tag der Reise – In Lublin

Zitat

Ernst Grube Majdanek

Ernst Grube Majdanek

„Rosengarten“ wurde ein etwas abgesonderter Platz am Lagereingang genannt. Hier fand die Selektion aller Inhaftierten statt.

Wer als arbeitsfähig eingestuft wurde, durfte vorläufig weiterleben.

Frauen, die als arbeitsfähig eingestuft waren, und es nicht fertigbrachten, sich von ihren Kindern zu trennen, gingen zusammen mit ihnen in die angrenzende Gaskammer.

Willst du noch leben, wenn dein Kind ins Gas getrieben wird?

Blick aus dem Hotelfenster

Zitat

Unser Hotel liegt in dem Viertel, das die deutschen Besatzer damals für Verwaltung, Organisation und zum Leben okkupiert hatten. Von unserem Fenster im Hotel sehen wir das ehemalige Wohnhaus von Odilo Globocnik (Nazi aus Kärnten), dem Leiter der „Aktion Reinhardt“.

Helga Hanusa

Lublin Plaza

In Lublin gab es ein Arbeitslager in der Lipowa Straße. Jetzt steht auf dem Gelände ein großes Einkaufszentrum mit dem Namen Lublin Plaza.

Lublin Plaza

In Lublin gab es ein Arbeitslager in der Lipowa Straße. Jetzt steht auf dem Gelände ein großes Einkaufszentrum mit dem Namen Lublin Plaza.