Oswiecim, Mittwoch, 9.11.2011

Frühstück im Sonnenschein. Wir sind in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte untergebracht, Mitte der 80er Jahre gebaut, große Fensterfronten, Blick ins Grüne. Außer uns sind momentan 100 Jugendliche aus Dresden und Leipzig hier. Hin und wieder kommen einige in die Cafeteria, die meiste Zeit jedoch sind sie mit Workshops, Gesprächen, Vorträgen von Zeitzeugen und Besichtigungen beschäftigt.

Auch wir machen uns auf den Weg. Zu Fuß gehen wir Richtung Museum Auschwitz-Birkenau. 20 Minuten später stehen wir vor dem Wohnhaus von Rudolf Höss, dem ersten Kommandanten des KZs. Es steht unmittelbar am Lager. Höchstens 150 Meter dahinter ist das Krematorium mit Gaskammer zu erkennen.
Vor dem Eingang des Museums schwirren Reisegruppen herum. Führungen in verschiedenen Sprachen werden angeboten. Wir entscheiden uns, das Gelände des ehemaligen „KL Auschwitz I“ allein zu besichtigen. Ein Tourist lässt sich unter dem Tor „Arbeit macht frei“ fotografieren. Dahinter Backsteinbauten. Das sind die Blocks, in denen die Häftlinge eingesperrt waren. Zwischen Block 10 und 11 war ein Innenhof – damals wurden hier Tausende hingerichtet.

„Auschwitz 1“ war ein Teil eines riesigen Komplexes von Konzentrationslagern.

Renate Eichmeier

Eindrücke von Ernst Grube vom vierten Tag der Reise – Oswiecim

Zitat

In der Gedenkstätte

Wir begegnen fast ausschließlich jugendlichen Besuchern, die sich in Gruppen durch die Hauptausstellung bewegen. Aufmerksam hören sie zu und betrachten wie wir die Dokumente der systematisch organisierten „Endlösung der Judenfrage“ u.a. großflächige Fotografien „vor der Selektion“: Menschen um Menschen, vorne die SS – dann die Fotografie „nach der Selektion“: Menschenleere, nur noch Waggons und einige SS Angehörige, die scheinbar zufrieden den Platz verlassen. Arbeit erledigt!

Ich hoffe, dass die jungen Leute sich immer wieder erinnern und fühlen werden, was sie hier wahrgenommen haben, und dass dieses Erinnern und Wissen um die NS-Verbrechen als Barriere gegen rassistische und neonazistische Ideologie und Politik wirkt.

Ernst Grube

Der Weg von Rudolf Höss vom Stammlager zum Privathaus

Das Foto zeigt die Strecke (ca. 200 Meter), die Rudolf Höss von seinem Privathaus, wo er mit seinen 5 Kindern und seiner Frau wohnte, laufen musste, um zum Stammlager von Auschwitz zu kommen. Das Krematorium befindet sich nur maximal 100 Meter weiter von seinem Haus entfernt. Das Haus ist von Privatleuten bewohnt.

Der Weg von Rudolf Höss vom Stammlager zum Privathaus

Das Foto zeigt die Strecke (ca. 200 Meter), die Rudolf Höss von seinem Privathaus, wo er mit seinen 5 Kindern und seiner Frau wohnte, laufen musste, um zum Stammlager von Auschwitz zu kommen. Das Krematorium befindet sich nur maximal 100 Meter weiter von seinem Haus entfernt. Das Haus ist von Privatleuten bewohnt.

Massenvernichtung der Juden

Zitat

“Doch ich muss offen sagen, auf mich wirkte diese (erste) Vergasung beruhigend, da in absehbarer Zeit mit der Massenvernichtung der Juden begonnen werden musste, und noch war weder Eichmann noch mir die Art der Tötung dieser zu erwartenden Massen klar.”

Rudolf Höss, Kommandant in Auschwitz

Jugendbegegnungsstätte Auschwitz

Frühstückssaal der Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz.

Das ganze Jahr über wird die Gedenkstätte Auschwitz / Birkenau von Tausenden meist jungen Leuten aus aller Welt besucht. Dieses Jahr wird die Gesamtzahl der Besucher 1,4 Millionen erreichen.