Im Zug nach Wien und München, Samstag, 19.11.2011

Unsere Forschungsreise ist zu Ende. Wir treten die Rückfahrt an. Mit dem Schlafwagen über Warschau nach Wien, dann weiter nach München

15 Tage waren wir unterwegs in drei Ländern. Theresienstadt, Auschwitz, Lublin-Majdanek, Belzec, Kaunas. Orte, an denen Zehntausende, Hunderttausende ermordet wurden. Die Nazis und ihre Helfer haben große Teile der Bevölkerung getötet und ihre Kultur ausgelöscht.

Morgen ist der 20.11., mittags kommen wir in München an.

Seit 1990 gab es 182 Todesopfer durch neonazistische Gewalt in Deutschland.

Eindrücke von Helga Hanusa vom vierzehnten Tag der Reise

Zitat

Das Buch von Helene Holzmann „Dies Kind soll leben“ wurde im Jahr 2000 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Fruma Kucinskiene war zusammen mit der Tochter Margarete Holzmann zur Preisverleihung nach München gereist. Als beide eine Ausstellung zur Vorgeschichte und Deportation der Münchner Juden in einem Raum des Rathauses besuchten, wurden sie von einem Teilnehmer einer Tagung, die gleich nebenan stattfand, lautstark attackiert:.“… Was wollt ihr hier noch? Ihr Juden habt das Land freiwillig verlassen, ihr habt unterschrieben, dass ihr eure Häuser verkauft….“

„Wie soll man das betrachten?“ fragte Fruma.

Fruma Kucinskiene Kaunas, Überlebende des Holocaust

Helga Hanusa

Postkartenedition

Postkartenedition Kaunas

Postkartenedition Kaunas

In Kaunas ist gerade eine neue Postkartenedition veröffentlicht worden. Die Postkarten zeigen Sehenswürdigkeiten aus Kaunas kombiniert mit berühmten Sehenswürdigkeiten aus aller Welt. Kaunas zeigt so, das es zur großen weiten Welt dazugehört.

In Litauen gibt es keine Juden mehr

“Ich kann heute feststellen, dass das Ziel, das Judenproblem für Litauen zu lösen, vom EK. 3 erreicht worden ist. In Litauen gibt es keine Juden mehr.”

Karl Jäger, SS-Standartenführer, Kommandant des Einsatzkommandos 3
Verantwortlich für die Morde in Litauen – In seinem Bericht vom 01.12.1941

Karl Jäger lebte unbehelligt bis April 1959 in der Nähe von Heidelberg. Seit 1990 gab es 182 Todesopfer durch neonazistische Gewalt in Deutschland.