Eindrücke von Ernst Grube am dreizehnten Tag der Reise – In Kaunas

Ernst Grube und Fruma Kucinskiene

Ernst Grube und Fruma Kucinskiene

Der Besuch im Sugihara-Museum bringt mir die Konferenz von Evian (Schweiz) 1938 in Erinnerung. Auf Initiative des US-Präsidenten Roosevelt tagten Vertreter von 30 Staaten. Sie waren nicht bereit ihre restriktive Aufnahmepolitik gegenüber jüdischen Flüchtlingen zu ändern. Wenn es heute Flüchtlingen gelingt, trotz Schengen-Abkommen und Frontex nach Deutschland zu kommen, werden sie als unerwünschte Personen behandelt und meistens wieder zurückgeschickt.

Ernst Grube

Eindrücke von Helga Hanusa am dreizehnten Tag der Reise – In Kaunas

Zitat

„Dies Kind soll leben.“

Treffen mit Fruma Kucinskiene, 78 Jahre. Die elegante vielsprachige ehemalige Radioelektroingenieurin überlebte als einzige ihrer Familie. Als Kind aus dem Ghetto geschleust, an vielen Orten von jüdischen, litauischen und russischen Helferinnen versteckt und nach der Befreiung von Margarete und Helene Holzmann aufgenommen.

Artikel 16 im Grundgesetz der Bundesrepublik: „Politisch Verfolgte genießen Asyl“?

Helga Hanusa

Kaunas, Freitag, 18.11.2011

Unser letzter Tag in Kaunas. Um 11 Uhr sind wir mit Simon Dovidavicius verabredet, dem Leiter des Sugihara-Museums. Es ist im ehemaligen japanischen Konsulat untergebracht. Während des Zweiten Weltkrieges hat der Diplomat Chiune Sugihara Transitvisa nach Japan ausgestellt und so Tausenden Juden das Leben gerettet. Es handelte sich in erster Linie um Polen, die nach dem deutschen Überfall nach Litauen geflüchtet waren.

Simonas Dovidavicius - Direktor des Sugihara-Museums

Simonas Dovidavicius - Direktor des Sugihara-Museums

„A lot of people had the choice to help but they did not do it.“ Sagt Simon. Er und seine Kollegen arbeiten mit Schulen und verschiedenen Institutionen zusammen. Sie wollen Zivilcourage vermitteln und gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aktive Formen des Holocaust-Gedenkens entwickeln. Eine wichtige Arbeit, denn immer wieder kommt es zu antisemitischen und rechtsextremen Übergriffen auf Gedenkstätten und jüdische Einrichtungen.

Renate Eichmeier

Papiergeschenke

Papiergeschenke

Papiergeschenke


Origami Geschenke von Japanischen Besucher für das Sugihara-Museum (Sugihara war ein japanischer Diplomat, der 2300 Juden die Flucht aus Kaunas ermöglichte)

… ganz allein …

Zitat

“Ich erinnere mich noch gut an die Hochzeit, die wir mit vielen Verwandten im Haus meines Großvaters vor dem Einmarsch der Wehrmacht gefeiert haben. Als ich nach der Befreiung wieder dort im Hof stand, merkte ich auf einmal, dass ich ganz allein bin.”

Fruma Kucinskiene
Über ihre Kindheit in Kaunas